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Familienbildungsstätten betonen die Verknüpfung von Bindung, Beziehung und Bildung

Familienbildung erreicht junge Familien bereits in der Phase des Übergangs vom Paar zur Familie. In dieser frühen Phase werden entscheidende Weichen gestellt. Die Vermittlung von Basiswissen über den Zusammenhang von Bindung und Bildung ist ein wesentlicher Inhalt der Gruppen für Eltern und Kinder im ersten Jahr nach der Geburt. In den PEKiP- und Eltern-Kind-Gruppen kann von der Kursleitung an Beispielen erklärt werden, welche Bedingungen Kinder brauchen, um die Welt zu erforschen.

Die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen wird früh geprägt. Wesentliche Bedingung für körperliche, intellektuelle, emotionale und soziale Entwicklung des Kindes ist die Erfüllung seiner elementaren Bedürfnisse nach verlässlichen Beziehungen und Bindung zu anderen Menschen. Familie ist der erste und zentrale Lernort, dort werden Sprache, grundlegende Kenntnisse über die Welt, Wertorientierungen, Sozialverhalten gelernt. Familienbildung bietet einen institutionellen Rahmen für gemeinsames Lernen von Eltern und Kind.

Durch die Qualität der Beziehung wird die sozial-emotionale Entwicklung des Kindes bestimmt. Wenn ihm Blickkontakt, Gestik und Stimme Sicherheit, Trost und Beruhigung vermitteln, ist sein Bedürfnis nach Verbundenheit gestillt. Kinder können sich nur in einem Umfeld störungsfrei entwickeln, in dem sie sich sicher und geborgen fühlen. Diese sichere Basis (secure base) ist für das Kind Voraussetzung, um die Umgebung zu erkunden und sein Neugierverhalten auszuleben. Durch die Anwesenheit der Eltern in der Gruppe und die Möglichkeit, sich jederzeit wieder in die schützenden Arme zu begeben, fühlen die Kinder sich sicher und lassen sich auf Kontakte mit anderen Menschen und Experimente mit neuem Material ein. Dann geschieht Bildung von Anfang an – das heißt, Kinder entdecken von sich aus die Welt, setzen sich mit sich selbst und mit der Umwelt auseinander.

Die Kursleitung unterstützt feinfühlige Reaktionen auf die Bedürfnisse der Kinder. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass die Signale des Kindes bemerkt und richtig interpretiert sowie prompt und angemessen beantwortet werden. In der Gruppe als geschütztem Raum kann man miteinander und voneinander lernen. Entwicklungsadäquate Anregungen, Materialien und Spiele für die Kinder werden in einen Zusammenhang gestellt mit den emotionalen Erfordernissen des kindlichen Lernens.

Der Wunsch sowohl nach Bindung als auch nach Autonomie ist schon im kleinen Menschen angelegt. Familienbildung unterstützt Eltern in ihrer Kompetenz, diesen Entwicklungen bei ihrem Kind Raum zu geben.

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Familienbildung Wiesbaden

Friedrichstraße 26 - 28

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